Beckstein zweifelt…

Wird hier mit verteilten Rollen gespielt? Schäuble mimt den Bösen, der designierte bayrische Ministerpräsident gibt den guten, den zweifelnden Cop? In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung jedenfalls zweifelt Beckstein daran, ob gefälschte Behördenmails ein taugliches Mittel seien, verdächtigen Terroristen auf die Spur zu kommen.

Vielleicht ist die ganze Online-Durchsuchungsstory sowieso eine Ablenkung, mit der das Volk unterhalten wird, während sich SPDCDU im Hintergrund auf deutlich erweiterte Befugnisse der Sicherheitsbehörden einigen, Bundestrojaner hin oder her?

Innenminister findet keine Worte…

Herr Schäuble hat laut heise.de auf einer Veranstaltung kundgetan, wie sehr ihm die Worte fehlen angesichts der massiven Kritik an den Plänen zur Online-Durchsuchung. Dabei ist ja sowieso alles nur halb so schlimm, z.B. aus der Sicht von BKA-Chef Ziercke, den der STERN diese Woche zitiert: Es gehe nämlich „schlicht und einfach um fünf bis maximal zehn solcher Maßnahmen im Jahr. Alles sei ganz teuer und sowieso nur dann tauglich, wenn die Spähsoftware auf den Zielrechner hin maßgeschneidert sei.

Womöglich geht es dem Bundesinnenminister ja inzwischen auch auf den Keks, dass er ständig missverstanden wird. Deswegen geht der BKA-Chef selber in die Offensive, um dem Volk Entwarnung zu geben. Keine Angst, es wird nur maximal zwei Hände voll „Gefährder“ treffen, heute.

Der Chaos Computer Club allerdings hält die für Sicherheit zuständige Behörde eher für unfähig, wie dessen Sprecher Andy Müller-Maguhn sagt: „Die Behauptung des BMI, die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern (BMI) verfügten „grundsätzlich über genügenden Sachverstand“, erscheint angesichts der Unfähigkeit, Spionage-Trojaner selbst in sensibelsten Bereichen wie im Kanzleramt zu verhindern, als Pfeifen im dunklen Wald.“

Entsteht die Frage, ob in den Sicherheitsabteilungen des Bundes überhaupt genügend gute Leute sitzen, um zehn funktionierende Trojanerangriffe pro Jahr zu produzieren. Zweifel sind berechtigt, INPOL-neu lässt grüßen.

Zwillinge

Heute ist mir klar geworden, warum es lustig sein kann, als Zwilling aufzuwachsen: Vor einem Supermarkt stand eine Mutter mit einem Zwillingskinderwagen. Die beiden Kleinen, ungefähr 18 Monate alt, beschäftigten sich Spielzeug in ihrem Wagen. Dabei summten sie synchron und ohne sich weiter füreinander zu interessieren, dieselbe Melodie.

Und dann wird der eine Staatspräsident und der andere Ministerpräsident…

BILDblog-Werbespot

Seit kurzem gibt es einen Werbespot (Link zu Youtube) für BILDblog.de mit Anke Engelke und Christoph-Maria Herbst in den Hauptrollen. Nach meiner Kenntnis zum ersten Mal nutzt das Nischen-Medium Weblog das Mainstream-Medium Fernsehen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Die BILD-Lügenzähler haben sich diese Aufmerksamkeit redlich verdient!

Informationsfreiheit und Terror

Heute findet die jährliche Sommerakademie des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (Schleswig-Holstein) in Kiel statt. Thema: Offene Informationsgesellschaft und Terrorbekämpfung – ein Widerspruch?

China-Trojaner spähen

Der SPIEGEL hat nun rechtzeitig zur Asienreise der Kanzlerin einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht, auf welche Weise die Volksrepublik China an eventuell wichtige Informationen rankommt: Das Land lässt seine roten Brigaden Spähsoftware auf deutschen Regierungscomputern platzieren.

Selbstverständlich bestreitet das Innenministerium, dass dadurch irgendein Schaden entstanden ist, auch wenn niemand weiß, wie lange die Progrämmchen bereits Dienstleistungen auf den Regierungsrechnern erbringen.

Das Publikum darf nun gespannt sein, ob das BMI die eigenen Trojaner erst einmal in China ausprobiert bzw. die chinesische Expertise zur Programmerstellung hinzuzieht, bevor die Späher dann in Deutschland Informationen sammeln.

Ein Grundgesetz für Schäuble, update

Vor einigen Wochen schon schloss mich dem Aufruf an, Wolfgang Schäuble ein Grundgesetz zu schicken. Nun habe ich es endlich geschafft, eine Druckversion für den Bundesinnenminister auf den Weg zu bringen, mit Widmung selbstverständlich.

Das Geschenk wird von einem Anschreiben begleitet:

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,

ich erlaube mir, Sie mittels einer naiv-symbolischen Handlung darin zu erinnern, welchem Auftrag Sie bis in die tiefsten Fasern ihres Bundesinnenministerlebens zu folgen haben!

Wenn Sie machen, was Sie wollen, gefährden Sie.

Nicht nachtragend und mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmermann

PS.: Parallel veröffentliche ich diesen Brief in meinem Weblog.

Anlage: Grundgesetz (1x)

Das Bild dokumentiert das Begleitschreiben:

Brief an Schäuble

Auch Bundestrojaner werden gefiltert

Das BKA nennt seine Schnüffelsoftware jetzt „Remote Forensic Software„, meldet heise.de.

Im Übrigen verkündete die Industrie schon auf der CeBit, ihre Programme würden den Bundestrojaner herausfiltern (sollten Sie ihn erkennen…): „Im Interesse unserer Kunden weltweit gewähren wir keinen Institutionen Zugang zu Kundencomputern“, betonte Andreas Zeitler, Geschäftsführer des Unternehmens Symantec Deutschland, gerade noch einmal in der Süddeutschen Zeitung. „Unsere Software wird also auch im Fall eines so genannten Bundestrojaners den Trojaner stoppen und entfernen.“ (Zitat via heise.de)