ausgestoibert…

…hat es sich ja leider noch nicht, aber kurz vor dem k.o. steht der bandwurmsatzdrechsler und sprachverhunzer aus bayern allemal. nur wie lange es noch dauert, bis er völlig einbricht, ist ungewiss. im zweifelsfall scheitern die putschversuche gegen dr. stoiber genauso kläglich wie jene gegen einen gewissen dr. kohl in all jenen jahren. und warum sollten jene, die das csu-stoiber-system über all die jahre gestützt haben, nun plötzlich neuen glanz über die verbrauchte dauerregierungspartei bringen? wenn die wähler sich schon abwenden von der csu, dann aus zwei gründen: die einen, weil sie stoiber nicht mehr ertragen, die anderen, weil sie den intrigantenstadl, der da gerade läuft, nicht aushalten.

den bisher besten satz zu stoibers zustand formulierte im übrigen heribert prantl am 13.01.07 in der süddeutschen zeitung: „er war viele jahre absoluter herr der lage; nun ist er nicht einmal mehr herr seiner selbst.“

und die moral aus der geschicht? wer sich nur noch mit ja-sagern, kopfnickern, wetterfähnchen-beobachtern und trittbrettfahrern umgibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihn die weniger aal-glitschtig-glatte un-verlogenheit, die sich irgendwann zwangsläufig aus psychohygienischen gründen bahn brechen muss (siehe untergang der DDR), mit schimpf und schande aus der (politischen) gegenwart spült.

Hühnchen einlegen

Damit Hühnerfleisch im Wok oder einer anderen Pfanne fast auf der Zunge zergeht, lege ich es vorher ein, z.b. so:

500 gr Hühnerbrustfilet waschen, abtupfen, dann würfeln
4 El Sojasoße
4 Tl Stärke
2 Spritzer Sesamöl
3 Knoblauchzehen (alternativ: vietnamesische Knoblauchsoße)
1 Spritzer Fischsoße

Je nach Gericht und Schärfebedarf, tut dem Fleisch auch süße Chillisoße oder etwas Sambal Olek gut.

Zukunftsforschung

Zu den Anforderungen an die Patienten, mit denen ich mich über ihr Gedächtnis unterhalte, gehört folgende Anweisung: Schreiben Sie bitte einen beliebigen Satz ihrer Wahl auf ein Blatt Papier. Der Patient Herr E., dessen Leistungen bereits sehr nachgelassen hatten, schrieb bei meinem letzten Besuch: „Mein liebes Gedächtnis, bitte komm zurück.“

So starker melancholischer Selbstbezug ist sehr berührend – und in der Testsituation nicht üblich. Ansonsten schreiben die Befragten bspw: „Heute ist gutes/schlechtes Wetter.“ Oder: „Ich gehe einholen.“ Ganz gewitzte beziehen mich in ihren Satz ein: „Heute muss ich Herrn Z. wieder Fragen beantworten.“ Ein anderer alter Herr, der mir gut in Erinnerung geblieben ist, schrieb vor kurzem trocken: „Ich bin ein alter Trottel.“

Die Begegnungen mit den Alten verstören mich hin und wieder, machen mich nachdenklich, und sorgen gleichzeitig dafür, dass ich mich als Zukunftsforscher verstehe: Ich lerne von ihnen, wie meine eigene Zukunft aussehen könnte, wie ich es haben will und wie es auf keinen Fall kommen soll – wenn ich denn mal so alt werde…

Rucola-Radieschen-Tomaten-Salat

Ein einfacher Salat:

1 Zwiebel
4 Tomaten
125 gr Rucola
1 Bund Radieschen

Salatsoße:

Olivenöl (nicht zu knapp)
Balsamico weiß (ausreichend)
2 TL Senf (Dijon)
2 EL Joghurt (mild)
Salz (nach Geschmack)
Pfeffer (nach Geschmack)
1 TL Honig
2 Messerspitzen Cumin
3 Spritzer Fischsauce

Wer will, mischt sich Schafskäse unter.
Guten Appetit.

kinder zum schlafen bringen…

Neulich erzählte mir ein Bekannter, wie er manchmal seine Tochter dazu bringt, zu schlafen: Er droht mit einem Ungeheuer, das sie abholen würde. Seine Frau macht dann im hinteren Teil der Wohnung ein Klopfgeräusch. Das Kind erschrickt und bekommt Angst, tatsächlich abgeholt zu werden. Dann fügt es sich dem unvermeidlichen…
Er nennt es einen „Trick“. Aber ist es ein Trick, einem Kind Angst einzujagen, um es gefügig zu machen? Oder ist es Hilflosigkeit? Verzweiflung der Eltern?

Das Kind ängstigen, um es zum Schlafen zu bewegen? Verheerend, wenn ich mir vorstelle, wie auf diese Weise ein allgemeines Angstklima erzeugt wird, das in das Kind hinein gepflanzt wird. Was passiert, wenn das Kind alt genug ist, das Ungeheuer herauszufordern? „Komm doch her, du blödes Ungeheuer. Zeig dich. Versteck dich nicht länger…“

Was machen Eltern dann? Oder wird die Angst so groß sein, dass das Kind nicht mutig genug sein wird, so aufzutreten? Oder bewerte ich all das über? Weil Geister/Weihnachtsmänner/Nikoläuse/Butzemänner sowieso regelmäßig bemüht werden, Kinder zu zähmen?

Ich bin gespannt, wann mich mein Sohn so sehr an meine Grenzen treibt, dass ich auch keinen anderen Ausweg mehr sehe, als externe Mächte zu Hilfe zu holen…

jana hensel: zonenkinder

etwas klagsam, aber doch mit großer leidenschaft beschreibt jana hensel die situation ihrer „generation“ zu zeiten des mauerfalls und danach: kinder, die 1989 teenies waren. pubertierende, nicht reif genug, um die neue zeit sofort mit offenen armen begrüßen zu können. eher irritiert vom verlust dessen, was bisher als selbstverständlich galt.
gleichzeitig waren diese kids schon zu alt, um die plötzlich verschwundene DDR schnell abzustreifen wie ein altes, abgetragenes hemd, das man nur trug, weil es kein besseres gab, nicht weil man es lieb gewonnen hatte. die jana hensels dieser zeit hatten dieses seltsame land bereits lieb gewonnen…

ich bin etwa 10 jahre früher in diese zone hineingeboren worden. mir ist die ambivalenz sehr vertraut, die viele menschen mit diesem teil deutschlands verbunden hat. einerseits war dieses land einem ein jahrelanger, ausrechenbarer, irgendwie auch vertrauter weggefährte, der zwar ein bisschen meschugge daher kam, aber im grunde seines herzens ganz ok war und gutes wollte. andererseits hasste man es für all die uneingelösten hohen ansprüche, insbesondere die moralische überheblichkeit, mit der sich das gebilde zur größten DDR der welt aufschwang.

„Herr Doktor, kriege ich denn nun den Alzheimer?“

Ich besuche eine Patientin, 84 Jahre alt. Das Gespräch ist zu Ende. Ich habe meine Jacke bereits wieder angezogen. Sowohl mir als auch der Patientin ist klar, dass sich ihre Gedächtnisleistung seit meinem letzten Besuch verschlechtert hat.

Plötzlich greift sie nach meiner Hand und fragt: „Herr Doktor, krieg ich denn jetzt den Alzheimer?“ Dabei schaut sie eindringlich und ernst. Ich zögere eine Sekunde und sage dann: „Ich sehe, Sie wollen eine offene Antwort. Ich weiß um ihre körperlichen Erkrankungen: Herzinfarkt. Bypässe. Hochdruck. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie an etwas anderem sterben, bevor einen Alzheimer kriegen.“

Die Patientin ist immer noch ernst, aber ihr Blick hellt sich deutlich auf. Sie sagt: „Herr Doktor, das beruhigt mich jetzt aber. Vielen Dank.“

und die moral von der geschicht? der situation und der person angemessene offenheit helfen betroffenen mit beginnenden gedächtnisbeeinträchtigungen häufig mehr als jedes drucksen oder verleugnen.

Warum Karriere?

Diese Rubrik widmet sich meiner Arbeit – als Wissenschaftler, als Berater, als Autor. Ich habe das Glück, dass ich das, womit ich Geld verdiene, ausgesprochen gern tue. Ich arbeite, während ich lerne. Und ich lerne, während ich arbeite.

Den größten Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich mit Menschen, die zwischen 78 und 91 Jahren alt sind. Ich besuche sie daheim für anderthalb bis zwei Stunden, und unterhalte mich mit ihnen über ihr Gedächtnis. Lässt sich etwas Spannenderes und Unterhaltsameres vorstellen?

Warum Küche?

In diese Rubrik des Weblogs steht die Essensvorbereitung im Mittelpunkt. Spätestens ab 40 sollte jeder in der Lage sein, am Küchentisch ein exzellentes Essen herzustellen, egal ob Suppe, Salat oder Sauerbraten.

Die Rezepte, die ich hier einstelle, gehören alle zu meinem eigenen Fundus.

warum kinder?

seit ich vater bin (20.01.2006) hat sich mein blick auf die welt und das leben deutlich verschoben. war die fahrbahn frei, bin ich früher ohne umschweife bei rot über die straße gegangen. heute gucke ich mich zuerst um, ob nicht vielleicht ein kind in der nähe ist, dem ich ein schlechtes beispiel wäre…

diese rubrik beschäftigt sich mit den gedanken, wahrnehmungen und gefühlen, die – angeregt durch das kind – mein leben gerade auf neue weise spannend machen. das kind zwingt mich, althergebrachte selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und gewohnte konzepte anzuzweifeln. ich lerne mich selbst neu kennen, weil ich an grenzen stoße, grenzen des erlebens, die ich ohne kind nicht hätte erfahren können.