Die vier größten Feinde der Bahn?
14.07.2010
Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Was schon im Osten galt für die Ruinen der Deutschen Reichsbahn, gilt nun erst recht wieder für die vereinte Deutsche Bahn.
14.07.2010
Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Was schon im Osten galt für die Ruinen der Deutschen Reichsbahn, gilt nun erst recht wieder für die vereinte Deutsche Bahn.
28.07.2009
Der Blogger Matt Wagner (“Die Rückseite der Reeperbahn”) berichtet von einem Polizeieinsatz, den er vor dem Zimmerfenster seiner Wohnung in der Hamburger Seilerstraße gefilmt – und online gestellt hatte: “Hinlegen! Oder ich schiesse!“
Einen Tag später erhält er die Mitteilung, dass sein YouTube-Video von SPIEGEL-TV gezeigt wird – allerdings ohne Quellenangabe, ohne Nachfrage beim Autor und erst recht ohne Honorarangebot. Doch: In einem werbefinanzierten Umfeld wie SPIEGEL-TV ist das Honorar eine Selbstverständlichkeit.
Offenbar bedienten sich die SPIEGEL-TV-Leute einer sehr freien und unkonventionellen Auslegung des Open-Source-Gedankens.
Jetzt kümmert sich der Lawblog-Macher Udo Vetter um eine Nachhonorierung.
25.06.2009
Das UNESCO-Welterbekomitee hat sich wie erwartet entschieden: Die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal gehört nicht länger zu jenen Orten, die den Status Weltkulturerbe tragen dürfen.
Nach dem Bürgerentscheid für die Brücke, einer Abstimmung des Stadtrates dagegen und einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes für den Bau sowie einem letzten Aufschub durch das Komitee im vergangenen Jahr, ist das Elbtal heute aus der Liste gestrichen worden.
Immerhin sieht die UNESCO für Dresden durchaus Chancen bei einer neuen Bewerbung (Zitat): “The Committee said that Germany could present a new nomination relating to Dresden in the future. In doing so, the Committee recognized that parts of the site might be considered to be of outstanding universal value, but that it would have to be presented under different criteria and boundaries.
Bau- und Entwicklungswahn hin oder her, Ungeschicktheiten hier, politisches Versagen dort: Das Ensemble, das die Stadt der Welt zu bieten hat, bleibt einmalig – und wird auch weiterhin ein heiß begehrtes Reiseziel bleiben.
14.07.2008
Die Hallenser Wissenschaftlervereinigung Leopoldina, Akademie der Deutschen Naturforscher, wurde heute in den Rang der Deutschen Nationalakademie der Wissenschaften erhoben. Die neue nationale Akademie soll die deutsche Wissenschaft international vertreten und gemeinsam mit anderen Akademien im Lande Gesellschaft und Politik beraten.
Ich bin Wissenschaftler, aber ich kann nicht beurteilen, ob diese Aufwertung der Leopoldina zu einer Nationalakademie der deutschen Wissenschaft zu neuen Höhenflügen verhilft, national und international. Oder ob hier nur ein neues Gremium entsteht, in dem Spesen produziert und Sonntagsreden gehalten werden.
Ich weiß aber, dass die Leopoldina eine gute Wahl für ein solches Projekt ist.
Ich habe Mitte der 1980er Jahre zu DDR-Zeiten ein paar Monate in Halle an der Saale gewohnt – und die Bibliothek der Leopoldina wurde zum gelobten-geliebten Ort meiner individuellen Wissenserweiterung im engstirnigen, volksverdummenden Arbeiter- und Bauernstaat.
Freunde gaben mir den Tipp, mich dort umzusehen. Und ich staunte nicht schlecht über das Buchangebot, frei zugänglich, keinerlei Beschränkungen: Freud, Fromm, Ferenczi, Post- und Eurokommunisten, Index-Ostdeutsche, Index-Westdeutsche, Kapitalismus- genauso selbstverständlich wie Sozialismuskritisches.
Plötzlich hatte ich Zugang zu diesem intellektuellen Schlaraffenland. Ich konnte die trostlose, stumpfsinnige Ödnis gleichgeschalteter Köpfe an der Martin-Luther-Universität, an der ich damals studierte, für Stunden hinter mir lassen. Und das alles, weil die Satzung des Wissenschaftler-Vereins es so vorsah – und die DDR-Oberen keinen Konflikt mit den Mitgliedern riskieren wollte, denn sie waren sehr daran interessiert, die Leopoldina mit ihrem Hauptsitz in Halle zu halten.
Eine Offenbarung für einen Einundzwanzigjährigen. Noch heute bin ich der Leopoldina dankbar dafür.
04.07.2008
Als Bahnkunde neige ich inzwischen dazu, das Unternehmen gegenüber den anderen Fahrgästen zu verteidigen. Das ständige Gemotze, die Unzufriedenheit und die schlechte Laune der Mitfahrer geht mir zunehmend auf den Zeiger. Irgendwie scheint sich ein komplexes und vor allem intransparentes System wie die Bahn ausgezeichnet zu eignen, um Frust abzulassen.
Daran ist die Bahn selber schuld, denn gerade die wichtigen Bereiche Information und Kommunikation sind bis zur Lächerlichkeit schlecht aufgestellt. Beispiele dafür kennt jeder, der das Transportunternehmen nur einmal genutzt hat.
Weil es sich um ein Großsystem handelt, sind Entscheidungsketten und Verantwortlichkeiten nicht durchschaubar. Uns leuchtet nicht ein, warum mein Zug in Niedersachsen zu spät kommt, wenn in Thüringen ein Gewitter niedergeht, das die Oberleitungen beschädigt. Wir beschimpfen den Schaffner, wenn wir den Anschlußzug nicht kriegen, obwohl diese Entscheidungen in den Händen der Fahrdienstleitung liegen. Die Schienen können eben nur einmal befahren werden und wenn Strecken blockiert sind, staut es sich anderswo.
Das System lädt dazu ein, Dampf abzulassen. Die Bahn ist – bis auf wenige Ausnahmen – Monopolist. So jemanden beschimpfen wir gerne und machen ihn für alles Schlechte der Welt verantwortlich. Gäbe es in Deutschland eine Monopolfluglinie, wäre die Klage über Verspätungen, unfreundliche Stewardessen und schlechtes Essen mindestens so groß wie gegenwärtig bei der Bahn. So verteilt sich der Flieger-Frust auf viele Unternehmen, während das Kollektiv der Bahnfahrer einen gemeinsamen Gegner hat.
Erwartungsmanagement heißt das Zauberwort. Unsere Erwartungen an das Unternehmen sind zu hoch, wir sind zu anspruchsvoll: Selbstbewußt fordern wir billige Preise, schnelle und pünktliche Beförderung sowie jederzeit einen Sitzplatz. Sobald wir jedoch einen Zug besteigen, werden wir psychisch labil. Wir fühlen uns verletzlich, angreifbar, abhängig, weil wir uns diesem Moloch ausgeliefert haben. Und das zahlen wir dem Moloch und seinen Vasallen während der ganzen Fahrt heim. Und schimpfen auch nach der Fahrt noch über den Scheißladen.
Ohne uns klar zu machen, dass die Bahn mindestens vier natürliche Feinde hat (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) werden wir weiterhin mit schlechter Laune in den Zügen sitzen und uns durch die Mehdorn-Bande verraten und verkauft fühlen.
Ich plädiere für abwartende Gelassenheit, etwas mehr Frustrationstoleranz – und für eine bahnweite Offensive, dem Service-Personal die Grundlagen von Information, Kommunikation und ein bisschen Konfliktmanagement beizubringen. Es nützt mir nichts, wenn ich fünf Minuten nach der geplanten Abfahrt des Zuges die Bahnsteigdurchsage vernehme, dass der Zug fünf Minuten Verspätung hat.
29.06.2008
welche Schlauberger, welche genialen Köpfe verantworten eigentlich Eure Investitionsentscheidungen?
Da saniert Ihr, Hamburger Hochbahn, mit großem Aufwand, viel Drahtverhau, frischen Steinen usw. die sieben Auf- bzw. Abgänge des U-Bahnhofs Osterstraße/Heussweg – aber Ihr bringt es nicht fertig, die Zahl der Behinderten- bzw. Kinderwagengerechten Eingänge von Null (0) auf Eins (1) zu erhöhen!
Ja, seid Ihr denn noch ganz bei Trost? Klar, Ihr könntet vorbringen, dass in Richtung Norden (Niendorf) während der Geschäftszeiten immerhin der Fahrstuhl bei Karstadt zur Verfügung steht. Aber ansonsten? An zwei Ausgängen (Richtung Norden!!) jeweils eine Rolltreppe, die beide (irritierenderweise) immer nur in eine Richtung fahren (aufwärts, nie abwärts).
Guckt Ihr Euch die örtlichen Gegebenheiten nicht an, wenn Ihr solche Investments beschließt? Wäre es baulich absolut unmöglich gewesen, einen von vier Eingängen Richtung Innenstadt mit wenigstens einer Rolltreppe auszustatten – oder gar einem Fahrstuhl? Drei Fußwegtreppen hätten anschließend ja immer noch zur Verfügung gestanden! Und Ihr hättet andere Accessoires wie die Maschendrahtverhaue sparen können, die jetzt alle Ausgänge zieren.
Aber so? Perplex ob soviel depperter Geringhirnigkeit verbleibt der Zettmann.
PS.: Für diejenigen, die den Ort nicht kennen: Wer Richtung Innenstadt in den U-Bahnhof hinab geht, kann auch nur Richtung Innenstadt fahren. Und umgekehrt. Das jeweils andere Gleis lässt sich nicht erreichen.
26.06.2008
Nun also gegen Spanien. Trotz der augenschmausigen Vorstellung der Spanier, hätte ich größere Bedenken für den kommenden Sonntag, wenn die Russen ins Finale gekommen wären. Die Spanier haben den Deutschen einen Dienst erwiesen, für den die deutsche Mannschaft sich leider nicht erkenntlich zeigen wird…
Oder!?
25.06.2008
3:2 gegen die Türkei. Vier Chancen, drei Tore, unterirdisch gespielt, das Spiel in der letzten Minute gedreht. Die Türken mit deren eigenen Mitteln aus dem Turnier gekegelt. Die gnadenlose Effizienz verblüfft mich und macht die Elf unberechenbar. Kein Nachteil, das.
24.06.2008
Fahre ich doch heute mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause und denke: Gleich gibt es ein Fußball-Spiel!
Gibt es aber gar nicht…
19.06.2008
Ich habe gestern die Anfrage erhalten, ob ich in meinem Blog über eine neue Internetplattform berichten könne. Ich habe da ein paar Fragen hinein in die Blogosphäre: Kriegt Ihr anderen Blogger auch solche Mails? Wenn ja, wie viele? Und: Sind manche davon auch lukrativ? Bzw. wovon hängt das ab?
Na ja, immerhin ist mir ein iPod-Shuffle angeboten worden… Sicher nichts im Vergleich zu den Einnahmen von Horst Schlämmer, aber ich bin auch nur der Zettmann.
Ich zitiere:
– schnipp –
“Sehr geehrter Dr. Zimmermann,
wir sind über Ihren Blog auf Sie aufmerksam geworden und wollten anfragen, ob Sie für uns eine neue Internetplattform anschauen und Ihre Meinung darüber berichten würden – wenn es thematisch zu Ihrem Blog passt.
[…]
Als Dankeschön erhalten Sie von uns einen Trekkingrucksack, einen USB Stick oder einen iPod shuffle.
Wählen Sie einfach aus, was Ihnen am besten gefällt.”
– schnapp –
Soll ich zusagen oder absagen? Oder bin ich jetzt für die Viral-Marketing-Leute uninteressant geworden?
Fragt sich der Zettmann.