Finale!!!

3:2 gegen die Türkei. Vier Chancen, drei Tore, unterirdisch gespielt, das Spiel in der letzten Minute gedreht. Die Türken mit deren eigenen Mitteln aus dem Turnier gekegelt. Die gnadenlose Effizienz verblüfft mich und macht die Elf unberechenbar. Kein Nachteil, das.

Fußball-Halo-Effekt

Fahre ich doch heute mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause und denke: Gleich gibt es ein Fußball-Spiel!

Gibt es aber gar nicht…

Viral Marketing: Welche Angebote kriegen andere Blogger?

Ich habe gestern die Anfrage erhalten, ob ich in meinem Blog über eine neue Internetplattform berichten könne. Ich habe da ein paar Fragen hinein in die Blogosphäre: Kriegt Ihr anderen Blogger auch solche Mails? Wenn ja, wie viele? Und: Sind manche davon auch lukrativ? Bzw. wovon hängt das ab?

Na ja, immerhin ist mir ein iPod-Shuffle angeboten worden… Sicher nichts im Vergleich zu den Einnahmen von Horst Schlämmer, aber ich bin auch nur der Zettmann.

Ich zitiere:

– schnipp –

“Sehr geehrter Dr. Zimmermann,

wir sind über Ihren Blog auf Sie aufmerksam geworden und wollten anfragen, ob Sie für uns eine neue Internetplattform anschauen und Ihre Meinung darüber berichten würden – wenn es thematisch zu Ihrem Blog passt.

[…]

Als Dankeschön erhalten Sie von uns einen Trekkingrucksack, einen USB Stick oder einen iPod shuffle.
Wählen Sie einfach aus, was Ihnen am besten gefällt.”

– schnapp –

Soll ich zusagen oder absagen? Oder bin ich jetzt für die Viral-Marketing-Leute uninteressant geworden?
Fragt sich der Zettmann.

No Cordoba, no have!

!!!

OLPC G1G1: Ein XO-Laptop für mich

Endlich ist er da, der lang ersehnte XO-Laptop der Initiative “One Laptop Per Child” (OLPC). Die hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder in Entwicklungsländern mit Computern auszustatten. Diese Maschinen sollen Hundert Dollar in der Herstellung kosten und sind zugeschnitten auf die Anwenderbedürfnisse in entlegenen und vor allem armen Gegenden der Welt (Faktoren: Wetter, Vernetzung untereinander, Stromversorgung, intuitive Bedienbarkeit).

Letztes Jahr im Herbst kurbelte der OLPC-Verein die Spendenfreudigkeit der Nerds in USA und anderswo an: In Umkehrung des sonstigen kommerziellen Mottos “Buy one, get two”, starteten sie die Aktion “Give one, get one” (G1G1) – einer in die 3. Welt, einer für den Käufer. Also: Ich kaufe zwei und kriege einen. Der andere landet in Nigeria, Kenia oder Indien.

Und nun ist er da. Ich bin gespannt. Und Söhnchen fragt: “Was ist das Grüne da?”

Partei “Die Linke”, Verfassungsschutzangsthasen,

wie öde, dass Ihr Euch nicht vom Verfassungsschutz beobachten lassen wollt!

Irgendwie hätte ich Euch ein wenig mehr Souveränität, ein wenig mehr System-Verachtung zugetraut als Ihr nun zeigt. Gerade Ihr, die Ihr reihenweise in Landtage einzieht, hättet die Möglichkeit, ein bisschen Verfassungsbedrohungspotenzial zu aktivieren. Der Schäuble rüttelt ja selber auch ständig am Grundgesetz.

Aber was tut Ihr? Ihr steht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und müsst damit auch für die soziale Marktwirtschaft sein. Aber was Wunder, fallt Ihr doch zusehends der schleichenden Sozialdemokratisierung anheim und werdet am Ende bestimmt von großen Vorsitzenden Lafontaine mit den anderen Sozis wiedervereinigt.

Warum aber sollte Schäuble und sein Verfassungsschutzverein Euch nicht beobachten? Ist doch besser, als gar nicht wahrgenommen zu werden! Die lesen wenigstens noch Eure Papiere und Programme!

Ihr denkt natürlich, die Schützer der Verfassung sollten sich auf die Rechten konzentrieren und Euch in Ruhe lassen. Doch: Seid Ihr inzwischen so zahnlos und Mainstream geworden, dass es Euch nicht mal mehr zur Ehre gereicht, durch den Verfassungsschutz beobachtet zu werden? Mehr Auszeichnung geht doch kaum in einer Welt, die ansonsten alle Kritik aufsaugt wie ein Schwamm.

Oder was wollt Ihr, Partei “Die Linke”?
Wovor habt Ihr Angst?

Schwerins Stadtchef Claussen abgewählt

Vor knapp einem halben Jahr verhungerte in Schwerin ein Mädchen namens Lea-Sophie. Der Oberbürgermeister der Stadt äußerte daraufhin öffentlich: “Es hätte in jeder anderen Stadt passieren können, und der, dem es passiert ist, hat in diesem Fall Pech gehabt.”

Ich verschaffte hier im Blog meiner Empörung über Herrn Claussen etwas Luft und endete mit diesem Satz: “Möge auf soviel Hochmut, Selbstgerechtigkeit und Eiseskälte alsbald Ihr Sturz folgen!” Heute nun war es soweit: In einem Bürgerentscheid stimmten fast 30000 Schweriner dafür, den unfähigen OB in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken.

Manchmal gehen Wünsche eben doch in Erfüllung.

ARD-Sendung “Polylux” gehackt

Ein “Kommando Tito von Hardenberg” hat sich per Video auf Youtube dazu bekannt, der Redaktion und der Redaktionsleitung (Tita von Hardenberg) der TV-Sendung “Polylux” die gefälschte Geschichte eines Drogenabhängigen untergeschoben zu haben.

Zitat aus dem Bekennermaterial:

“Wir, Angehörige des “Kommandos Tito von Hardenberg” der Hedonistischen Internationale haben heute, am 10. April des Jahres 2008 das öffentlich-rechtliche Musik- und Drogenformat “Polylux” angegriffen. Unser Angriff auf den boulevard-medialen Komplex soll unsere grundlegende Opposition ausdrücken gegen Praktikantenausbeutung und schlechtes Fernsehprogramm.”

Danke für den Hack, “Kommando Tito von Hardenberg”. Danke für diese revolutionäre Tat. Die Verantwortlichen beim gebührenfinanzierten Haussender des Formats, dem Rundfunk Berlin-Brandenberg (RBB), sollten das doch zum Anlass nehmen, die Arbeitsmethoden der Redaktion etwas näher zu beleuchten. Oder den pseudo-coolen, dusseligen und – nunmehr belegt – schlecht recherchierten Schnick-Schnack gleich ganz aus dem Programm streichen.

Demenz, Würde und eine Walter-Jens-Homestory mit fadem Beigeschmack

Diese Woche gibt Inge Jens im STERN einen tiefen, zu tiefen Einblick in das Leben mit ihrem Demenz-erkrankten Ehemann, dem Tübinger Geisteswissenschaftler und Schriftsteller Walter Jens. Dessen gesamtes professionelles Leben gründet auf Text und Sprache, auf Kommunikation, auf Schreiben und Lesen. Doch dieser Teil seiner Identität ist durch die Erkrankung ausgelöscht.

Das Interview ist sicherlich aufrichtig. Aus Frau Jens sprechen Verzweiflung und Hilflosigkeit, aber auch Kälte und Distanz. Dennoch bleibt das Motiv dieser Bloßstellung vollständig im Dunkeln. Was will uns Frau Jens verdeutlichen? Dass es jeden treffen kann? Dass Demenz ganz und gar furchtbar ist, vor allem für die Angehörigen? Oder gibt es in der Familie offene Rechnungen? Was auch immer das Motiv sein mag, aus dem Interview lässt es sich nicht erschließen. Den alten Mann so vorzuführen, scheint mir doch arg unwürdig.

Neulich schrieb Tilman Jens in FAZ: “Meine Mutter, mein Bruder und ich sind uns einig, wir wollen, wir werden sein Leid nicht verstecken.” Das lässt sich auch als Drohung verstehen.

Denn nun ist diese STERN-Geschichte dabei rausgekommen, weil die Familie das Leid des Professors nicht verstecken will. Warum will sie das nicht? Warum geht die Familie mit dem Leid des Alten hausieren?

Und: Grenzt es nicht an Mißbrauch von Einverständnisunfähigen, wenn solche Bildstrecken wie die im STERN veröffentlicht werden?

Frohe Ostern!