Kindliches Sprachspiel 16

Lange nichts geschrieben von der kindlichen Sprachentwicklung. Immer nur Politik und Stasi und viel Sendepause…

Damals erschienen solche Einträge:
Kindliches Sprachspiel 15
Kindliches Sprachspiel 14
Kindliches Sprachspiel 13
Kindliches Sprachspiel 12
Kindliches Sprachspiel 11

usw.

Heute trage ich mal wieder einen Dialog mit dem inzwischen knapp Vierjährigen vor:
“Papa, ist Skoda die Tochter von VW?”
“Ja.”
“Und wer ist dann der Papa?”
Hm.
Ein paar Sekunden später, die Sache beschäftigt ihn immer noch: “Und wer ist die Mama von VW?”

Ja, wer eigentlich?

Kita-Protest innovativ, Osterstraße, HH-Eimsbüttel

Ein Hingucker zum Kita-Protest. Als Ankündigung für die Kundgebung von KIta-Angestellten und Eltern am 08.07.09 auf dem Gänsemarkt in Hamburg. Gefunden an der Ecke Osterstraße / Heussweg:

Innovative Ankündigung Kita-Protest
Innovative Ankündigung Kita-Protest

Hepatitis B: Angstkampagne für mehr Umsatz

Auf dem Ärztetag in Mainz rufen die (Fach)-Ärzte vernehmlich entweder nach mehr Geld für sich oder nach einer Leistungseinschränkung für gesetzliche Versicherte. So weit so normal.

Ganz unnormal finde ich, was ich heute im U-Bahnhof Osterstraße großflächig plakatiert gesehen habe, aus Anlass des Welt-Hepatitis-Tages: Ein Paar, entkleidet und durchs Schlüsselloch fotografiert. Bildunterschrift: “Das Virus wartet, wo man es nicht erwartet. Hepatitis B? Am besten testen.”

Pharma-Kampagne
Angstkampagne Hepatitis B

Auf der einen Seite trommeln die Leistungsanbieter (Ärzte) für ihre Honorare und drohen ansonsten im Gegenzug mit schlechter Medizin, wenn ihren Forderungen nicht nachgekommen wird. Auf der anderen Seite zielen solche Kampagnen darauf, dem System neue Kunden zuzuführen. Die zahlen dann einen Test aus eigener Tasche, der ihnen die Angst nimmt, die erst durch die Anzeige erzeugt wurde.

Der Patient wird in die Zange genommen, verunsichert und soll dafür auch noch zusätzliches Geld ins System einspeisen. Wie fies und gemein ist das denn? Und wer legt diesen Leuten demnächst mal das Handwerk, die nur unterwegs sind, die Leute zu melken? Und das auch noch im Namen von Prävention und Gesundheitsfürsorge.

Mich widert das an.

Streik der Kita-Angestellten

Endlich, kann ich da nur sagen: Endlich legen Kita-Angestellte mal die Arbeit nieder – und lassen es sich nicht länger gefallen, wie herablassend sie von Politik und Gesellschaft behandelt werden. Einerseits wächst der Bedarf an qualifiziertem Personal, gerade mit dem beschlossenen Ausbau der Kitas und Krippen bis 2013. Andererseits wird das Personal durch das Vergütungssystem nachgerade verhöhnt.

Wie die Bundesländer und Kommunen diese Berufsgruppen entlohnen, zeigt, wie gering sie deren Arbeit schätzen. Alles Gerede über Qualifikation des Personals, Bedeutsamkeit für die frühkindliche Entwicklung, Ausbau der Betreuungskapazitäten ist völlig hohl, wenn unterm Strich der Eindruck bleibt: Hier wird per Gehaltsscheck ein Kulturkampf geführt!

Entlohnt das Personal schlecht, um keine Anreize zu schaffen, dass mehr Leute diesen beruflichen Weg wählen (Männer!!). Behandelt sie herablassend (Das kann ja im Grunde genommen jede Frau!), um deutlich zu machen, öffentliche Kinderbetreuung ist allenfalls ein Notbehelf, wenn eben die Eltern gar nicht anders können, als die Kinder beim Staat in Verwahrung zu geben.

Also Streikende: Viel Erfolg!

PS.: Nicht ausbleiben wird dann auch der Versuch, an der Gebührenschraube zu drehen. Doch dazu könnten sich ja dann auch die Eltern zu Wort melden…

Elternzeit

Ab jetzt also Elternzeit, ein halbes Jahr.

Wenn Eltern ihre Kinder verwechseln…

kann es auch mal peinlich werden…

Bei zwei kleinen Kindern im Haushalt passiert es uns Eltern immer mal wieder, dass wir die Zugehörigkeiten durcheinander bringen:

Wir vertauschen im Erzählstrom die Namen der Zwerge – sicherlich ein sehr häufiges Phänomen bei mehreren Kindern. Weil beide Jungs Schnuller lieben, haben wir mehrere Größen der Beruhiger im Haus – und es kommt nicht selten zu Verwechslungen.

Kaum auseinander halten lassen sich auch die Milchtrinkflaschen. Der Große beharrt darauf, eine tägliche Ration Milch aus seiner angestammten Baby-Flasche zu trinken. Der Kleine bekommt nun das gleiche Flaschensystem. Die letzte Verwechslung bemerkte der große Sohn, weil die Tülle auf seiner Flasche plötzlich nur schwer Milch gab, er sie sonst aber relativ schnell leerschlürfen konnte. Die frisch gekaufte Tülle für den kleinen Kleinen erfordert einen viel höheren Saugaufwand.

Besonders peinlich aber war, dass ich vor kurzem dem Kleinen (Windelgröße 2) eine Windel mit Größe 5 angelegt habe, ohne es zu bemerken. Immerhin: Die umgekehrte Verwechslung wäre mir wohl schon auf dem Wickeltisch aufgefallen…

Kindliches Sprachspiel 15

Beide Kinder sind mit ihrer Mama bei den Großeltern. Dort liegt der große Sohn eines Nachmittags auf dem Wickeltisch, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und sagt, ohne Vorwarnung: “Ich bin ein fröhliches Kind.”

Fragt seine Mama: “Und ich, was bin ich?”

“Du bist eine fröhliche Frau!” Und ergänzt: “Und wir haben noch einen fröhlichen Papa zu Hause.”

Fein, wenn ein Zweieinhalbjähriger sich und seine Eltern so sieht. Da vergesse ich schnell, dass er auch mal sagt: “Geh weg!” oder “Geh in die Küche!” oder auch “Mama soll mir den Schnuller geben, nicht Papa!”

Wahlrecht für Babys?!

Rechtzeitig vor der Nachrichten-armen Zeit hat eine fraktionsübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten wieder einmal die Ausweitung des Wahlalters auf die politische Agenda gehoben. Doch nicht wie in bisherigen Versuchen fordern die Abgeordneten eine Ausweitung der Wahlberechtigung auf die 14- oder 16-Jährigen.

Nein, laut Bundestagsdrucksache 16/9868 (pdf) soll allen (mehr als 14 Millionen) jungen Menschen unter 18 Jahren das Stimmrecht nicht länger vorenthalten werden. Denn das grundgesetzlich verbriefte Wahlrecht gelte eben für alle.

Bis die Kinder das selber in die Hand nehmen könnten, fungierten die Eltern als Treuhänder ihrer Säuglinge, Klein- und Vorschulkinder. In einer “gleitenden” Regelung könnten junge Menschen, “sobald sie selbst sich für beurteilungsfähig halten, das Recht erhalten, sich in eine Wahlliste eintragen zu lassen. Mit dieser Eintragung erlösche das Stellvertreterrecht der Eltern und der junge Mensch könnte nur noch selbst wählen.”

Hm. Das gäbe sicherlich interessante Verwerfungen in der Parteienlandschaft. Vor allem in der ersten Wahl mit plötzlich 75 Millionen Wahlberechtigten. Fast ein Viertel mehr an möglichen Stimmen. Familien-Parteien bekämen ein ganz neues Gewicht. Plötzlich wären die Eltern in diesem Land diejenigen, die bestimmen könnten, wohin die Reise geht.

Aber ist das alles wirklich durchdacht? Oder doch nur so ein Sommerloch-Versuchsballon? Oder hat die SPDCDUFDP-Allianz da gar ein Eigentor geschossen? Wer sagt denen denn, dass ausgerechnet ihre Parteien vom neuen Stimmenmehr profitieren?

PS.: Witzig in dem Zusammenhang die Meldung auf SPIEGEL ONLINE. Die Kollegen tun so, als hätten sie die Bundestagsdrucksache mit der Nummer 16/9868 vorab von einem Abgeordneten zugeschickt bekommen: Der “Antrag mit der Drucksachenummer 16/9868, der SPIEGEL ONLINE vorliegt“. Da haben sie wieder knallhart recherchiert! Echter Service wäre es ja wohl, den Link zum Dokument (pdf) zur Verfügung zu stellen.

Morgen kommt die Schnullerfee

Zu den elterlichen Möglichkeiten, Kinder vom Schnuller wegzubringen, gehört die Idee der Schnullerfee: Eines (selbstgewählten) Abends legt das Kind all seine Schnuller bereit (auf das Fensterbrett, vor die Wohnungstür, neben das Bett). Nachts kommt dann die Schnullerfee vorbei und holt die Dinger endgültig und für immer ab – im Tausch gegen ein Geschenk, das sich das Kind (relativ) frei wünschen darf.

Unser großer Sohn ist noch nicht soweit. Wir erzählen ab und ab, dass die Schnullerfee unterwegs ist. Dann sagt er manchmal morgens: Jetzt könne die Schnullerfee kommen. Abends sagt er dann: Die Schnullerfee soll morgen kommen – oder ganz zu Hause bleiben.

Heute nun überraschte er mit einer ganz neuen Wendung: Auf die Frage, was ihm die Schnullerfee, wenn wir sie denn mal bestellen, als Geschenk mitbringen solle, antwortete er, clever: “Einen Schnuller.”

Hamburger Hochbahn,

welche Schlauberger, welche genialen Köpfe verantworten eigentlich Eure Investitionsentscheidungen?

Da saniert Ihr, Hamburger Hochbahn, mit großem Aufwand, viel Drahtverhau, frischen Steinen usw. die sieben Auf- bzw. Abgänge des U-Bahnhofs Osterstraße/Heussweg – aber Ihr bringt es nicht fertig, die Zahl der Behinderten- bzw. Kinderwagengerechten Eingänge von Null (0) auf Eins (1) zu erhöhen!

Ja, seid Ihr denn noch ganz bei Trost? Klar, Ihr könntet vorbringen, dass in Richtung Norden (Niendorf) während der Geschäftszeiten immerhin der Fahrstuhl bei Karstadt zur Verfügung steht. Aber ansonsten? An zwei Ausgängen (Richtung Norden!!) jeweils eine Rolltreppe, die beide (irritierenderweise) immer nur in eine Richtung fahren (aufwärts, nie abwärts).

Guckt Ihr Euch die örtlichen Gegebenheiten nicht an, wenn Ihr solche Investments beschließt? Wäre es baulich absolut unmöglich gewesen, einen von vier Eingängen Richtung Innenstadt mit wenigstens einer Rolltreppe auszustatten – oder gar einem Fahrstuhl? Drei Fußwegtreppen hätten anschließend ja immer noch zur Verfügung gestanden! Und Ihr hättet andere Accessoires wie die Maschendrahtverhaue sparen können, die jetzt alle Ausgänge zieren.

Aber so? Perplex ob soviel depperter Geringhirnigkeit verbleibt der Zettmann.

PS.: Für diejenigen, die den Ort nicht kennen: Wer Richtung Innenstadt in den U-Bahnhof hinab geht, kann auch nur Richtung Innenstadt fahren. Und umgekehrt. Das jeweils andere Gleis lässt sich nicht erreichen.