Abschied (2002)

Ich entfern mich von dir,
du süßestes Wesen,
noch ring ich mit mir,
von dir zu genesen.

Ich entziehe mich dir,
du verzaubernde Droge,
ich quäl mich mit mir –
und schreib ne Eloge…

Oh du, meine Gnade,
mein heilges Gelingen,
mein Wahnsinn, mein Horror,
mein liebliches Schwingen.

Oh du, meine Kraft,
meine Hoffnung, mein Grab,
seit ich dich kenne,
hält das Hirn mich auf Trab.

Oh du, meine Liebe,
mein Sehnen und Trachten,
nehm ich dich zu mir,
lass ich gern mich umnachten.

Deswegen muß Schluß sein,
das spür ich dann doch,
du wirst es nicht glauben,
ich will raus aus dem Joch.

Denn ich habe gemerkt,
die Verführung wird schal,
deine Künste erlöschen,
du wirst mir banal.

Drum sag ich Adios,
dich wird es nicht schmerzen,
doch ich fühl mich wohler,
mit erleichtertem Herzen.

Was bleibt, ist die Seele,
die du mir geschenkt,
damit lebe ich weiter,
nun der Daumen sich senkt…

Ich sage, machs gut,
und hilf andern wie mir.
Goodbye Mary Jane –
ich entfern mich von dir.

Als die Fee an mein Bett tritt – A Miniplay (2003)

Fee: Nach welcher Frau soll ich für Dich Ausschau halten?

Ich: Ich möchte einer Frau begegnen, die ihr Leben eigenständig gestaltet, die neuen Informationen gegenüber aufgeschlossen ist, die aufmerksamen Blickes ihre Umwelt und ihre Mitmenschen wahrnimmt und sich selber gut im Hier und Jetzt _verortet_ sieht, dabei gerne auch die Fremde entdeckt.

Fee (schluckt): Gehts nicht a bisserl weniger schwulstig?

Ich (angewidert von meinem zwanghaften Bedürfnis, die eine alles umfassende Formulierung für ein Phänomen zu finden): witzig, blühend, mutig, aufmerksam, selbstbewusst, erfrischend, geistreich, bodenständig…

Fee: Warum sollte ich Dir diesen Wunsch erfüllen?

Ich: Sind Feen berufen, die Motivation eines Wunsches zu ergründen?

Fee: Die Frau muss wissen, warum Du ausgerechnet sie willst!

Ich (nehme mir ein paar Sekunden Zeit, bevor ich antworte): Ich kann es Dir stichpunktartig anreissen…
(Die Fee lehnt sich zurück)
(Ich richte mich auf)
Um eine lang andauernde Unterhaltung zu knüpfen,
um die Welt und alles, was dahinter liegt, zu erobern,
um in der Sauna zu schwitzen,
auf dem Radl zu sitzen
zu lachen,
zu kichern,
zu schmunzeln,
oder zu brüllen bei Witzen.
Durch den Regen zu rennen,
die Sonne zu feiern,
oder auch mal ganz einfach den Tag zu verpennen.
Um Kinder zu machen –
und zu verstehen das Leben
als glückliche Fügung
die zwei Leute wie UNS
nun vereint hat im Streben,
uns Liebe zu geben…
(Die Spannung entweicht meinem Körper)
Irgend etwas in der Art stelle ich mir vor.

Fee (etwas ungläubig): Ich nehme an, Du bist Dir der Unmöglichkeit Deines Wunsches bewusst?

Ich: Wofür habe ich Dich engagiert?

Fee (rollt mit den Augen): Ok. Aber ich brauche noch etwas von Dir…

Ich (schaue sie ermunternd an – und erkenne dann doch selbst…): Verkünde allen, ich bringe mit, was ich erwarte – als da sind Tatkraft, Gestaltungsfreude, Selbstironie, Neugierde…

Fee: Das genügt wohl; aber ich garantiere nichts!

Ich: Da bist Du besser dran als ich: Ich garantiere alles, :-).

Verpiss Dich! (2002)

Warum, zur Hölle,
läßt du mich nicht in Ruh?
Willst du mir helfen, willst du mich trösten,
oder willst du mich grillen, erniedrigen, rösten?

Willst du mich leiden sehen,
willst du dich weiden,
welches Amt willst du plötzlich bekleiden?

Heute, jetzt, an diesem Ort,
seit deine Kälte meine Seele verdorrt…

Seit ich entsetzt bin,
voll Tränen und Jammer,
seit ich nun spüre,
wie mich tötet dein Hammer.

Was, zur Hölle, fällt dir ein,
mich zu behandeln wie ein wertloser Stein,
in dem Spiel, das du liebst?

Einen Stein, den du ziehst,
den du rückst oder schiebst,
den gelegentlich opferst du
im strategischen Dienst?

Wie durchgeknallt bist du,
dass du nicht mehr spürst,
wie weh du mir tust,
wenn du kommunizierst?

Weshalb, zur Hölle,
siehst du nicht ein, dass du quälst,
während heraus aus der Schuld du dich schälst?

Lass mich in Ruhe, verschon mich von dir.
leider hast du verspielt deinen Platz nah bei mir.

Oder quält dich Moral?
Dein schlechtes Gewissen?
Oder warum willst du sonst irgendwas von mir wissen?
Wie ich so drauf bin vielleicht?
Wie beisammen?
Tickst du noch richtig?
Kannst du mich so verdammen?

Warum, zur Hölle,
frag ich mich eben, lass ich von dir
diesen Unsinn mir geben?
Deine Welt bleibt mir fern,
nur lebendig zum Schein,
überall flackert Tod in die Fenster hinein.

Weder küssen kannst du noch tanzen,
höchstens ganz garstig asozial stoßen mit Lanzen.

Ich merke sehr deutlich, wenn ich dich lasse,
wirst du bewirken, dass ich dich hasse.

Drum mein ich, verpiss dich,
werd glücklich und froh,
ich spül unterdessen unsre Liebe ins Klo.

Wenn die Liebe bricht (2002)

Was bleibt mir zu tun?
Das frag ich dich jetzt.
Wie werd ich die Liebe los,
die mich nunmehr verletzt?

Was soll ich denn machen?
entspringt es mir leise,
nachdem du erklärt hast,
hier endet die Reise.

Wohin soll ich gehen?
Was stellst du dir vor?
Ist es dir wurscht?
Wie erreich ich dein Ohr?

Was mach ich jetzt bloß?
Die quälende Frage.
Wie die Sache nun steht,
bin ich nicht Herr der Lage.

Was macht ich jetzt nur,
hier vor Anker gegangen.
Den Hafen erreicht,
der mich nun nimmt gefangen…

Was bleibt mir zu tun,
wenn die Liebe nun bricht?
Möcht ich je wieder lieben?
Oder doch lieber nicht?

zeitvertreib (2000)

ich denke an dich,
ich seh deine augen,
ich vermiss deine blicke,
ich möchte dich saugen…

ich träum deine stärke,
ich spür deine hände,
ich binde mich an,
ich sehn mich an strände.

ich rase vor glück,
ich tose und berste,
ich taumle umher,
als wärst du die erste…

ich riech dich an mir,
ich rocke und rolle,
ich groove entzückt,
ich verlier die kontrolle.

ich greife den himmel,
ich suche das leben,
ich schwebe vor lust,
du bringst mich zum beben.

ich dürste nach dir,
ich texte befreit,
ich warte auf dich,
so vertreib ich die zeit…

Wishful Thinking (1999)

Show me your wounds, your scars,
Your headaches, your shiver,
Complain me your fears, your nightmares,
Your pitch-darkest quiver.

Close me your eyes,
Make you return
To the places of pleasure,
Where the pain wants to burn.

Rehearse me the tunes
Of soul-raven rapture,
Release the rehearsals
Of your most striking capture.

Still keep your lids closed
And follow the run,
Associate you,
Dream the pictures of fun.

Show me your humour, your laughter,
Your striking astuteness,
Some taunting remarks,
Your most loveable cuteness.

Shed the tears of enjoyment,
Get eruptive, at times,
And please let me know
If you don’t like my rhymes.

Entangle me more,
In your surging repeats,
It sure will create
More poetical deeds.

Demystify me,
Destroy my concoctions,
I’ll drown, no remorse,
In the flood of my options.

Inspire me further,
I reiterate here,
It scares me my brain off,
But there’s nothing to dear.

Open your eyes,
Re-enter the present,
I’ll still be around
If it suits you as pleasant.

Melted @ 1st glance (1999)

When I saw you 1st
I felt so thrilled,
So deep you did hit,
my heart seemed to burst.

I came as a roamer,
a passers-by bum,
As you cast the spell,
I’ll return in a hum.

The man who returns
Is prepared to admit
As how deep he is smitten,
Very trapped in the pit.

As times went by fast
I magnified slowly,
The sweet, thriving seeds,
I discovered as holy.

I realised later,
In a movement to cope,
The pit is to cater,
And the seeds are my hope.

My fantasy travelled
The lands of disclosure
The hills of enchantment
The fragrant exposure
Of multipeaked ranges
Of various themes
Creating the context
To manage the streams.

Entrapped, as I am,
I make up all this flicks.
Vividly versatile,
It certainly tricks
Me out of my hide
Confessing my crush,
I have to abide
soon to make
this bold stride.

So ever since
I met you in Alice,
I want you to know
what delightful your spell is.

Please trap me again,
On this second occasion,
It could see us akin,
On the verge of migration.

If all of that motion
Has brought me astray,
From now on I dream,
It wont lure you away.

So ever since
I saw you appear
I declare myself mad
without any fear.

My brain is let loose
As well is my heart
As far as I know
Don’t tear ‚em apart.

Sie (1997)

Sie erzählt sehr charmant,
Sie strauchelt galant,
Und schneidet Grimassen zum Biegen.

Sie wohnt weit im Land,
Schaut sich um mit Verstand,
Und hat unterm Fuss Tretminen liegen.

Sie belebt, sie erfrischt,
Sie beflügelt, hält gegen.
Sie ist wie gemacht auch zum Frösteln im Regen.

Sie flattert kokett, sie schaut scheu
Und sie zischt.
Noch nie hat mich so eine SIE so erwischt.

Die Liebe zu Beginn und am Ende

Ab morgen stelle ich eine Woche lang Gedichte ins Weblog, die ich um die Jahrtausendwende herum zusammengebaut habe. Gedichte, in denen Verliebtheit und Liebe gerade als zarte Pflänzchen erwachen, und solche, die eine Liebesbeziehung von ihrem Ende her reflektieren bzw. verfluchen…

Die Perfektion (1997)

Die Perfektion liebt mich,
früh sah ich es kommen,
macht mich mal kaputt,
mal gänzlich benommen.

Sie lähmt, sie behindert,
frisst sich in mein Herz,
ich leide unsäglich
und hasse den Schmerz.

Sie richtet mein Leben,
gräbt sich in mein Denken,
es gibt keinen Ausweg,
verflucht sei ihr Lenken.

Die Perfektion stachelt,
das merke ich ständig,
sie bringt mich in Wallung
und hält mich lebendig.

Sie schmeichelt, sie wärmt,
sie sonnt das Gemüt,
dann ist sie mir nah,
ist wohl doch mein Geblüt.

Sie drängt mich zu handeln,
sie bringt mich nach vorn,
ich kann wohl nicht anders,
nun gelobt sei ihr Dorn.

Die Perfektion, selig,
ich kann es kaum fassen,
bezwingt mich alltäglich,
ich will nicht von ihr lassen.