![]() |
![]() |
Ein Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht und macht sie lesbarer.
Zwei Dienststellen werden über den Vorgang informiert. Außerdem wird ein Hinweis aktenkundig: „Information über den geduldeten Mißbrauch der Frauenkirche Meißen zur Verbreitung schriftlicher Aufforderungen zu einem Treffen ehemaliger mit künftigen Soldaten in Baueinheiten der Nationalen Volksarmee (Bausoldaten).“
![]() |
![]() |
Ein Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht und macht sie lesbarer.
Ich beginne heute mit der Veröffentlichung meiner Stasiakte.
Ziel der Dokumentation ist es, denjenigen, die schon immer mal in ein paar Stasi-Seiten blättern wollten, die Gelegenheit zu verschaffen…
Übrigens klärt sich mit meiner Akte auch die Herkunft von Zettmann: Die Behörde für die Unterlagen des ehemaligen Staatsicherheitsdienstes der DDR kopierte mir Anfang der 90er Jahre die Blattsammlung. In meiner Akte ist nun von dem “Z.” zu lesen. Oder der „Z.” habe dieses oder jenes gesagt, getan, gemacht. Sicherlich wurden die Kürzel einheitlich verwendet. Also alle mit einem Z als Anfang des Familiennamens fanden sich auf diese Weise gekürzelt in den Akten wieder. Im Zuge der Wiederaneignung der Infos, die Horch&Guck über mich sammelte, entstand bei mir der Z. als Spitzname. Weil ich Zimmermann heiße, war es nicht weit vom Akten-Z zum Z-mann, aka Zettmann.
Wie jede gute Akte beginnt auch meine mit einem Inhaltsverzeichnis. Zum Blättern danach den Nächste-Link oben rechts klicken.
![]() |
Ein Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht und macht sie lesbarer.
Vor wenigen Tagen habe ich wieder einmal Das Leben der Anderen gesehen. Der Oscar-prämierte Film erzählt die Geschichte eines Stasi-Mannes, der vom tausendprozentigen Befürworter knallharter Ermittlungsmethoden im Dienste des Sozialismus zum Verteidiger/Beschützer eines Andersdenkenden wird. Der Film erzählt aber auch, wie Sehnsüchte zerstört werden, Vertrauen mißbraucht wird, Beziehungen zerrüttet werden, Menschen versagen, scheitern, zugrunde gehen, wenn sie ihren Halt, ihre innere Mitte verlieren und eben nicht mehr wissen, auf welcher Seite sie nun eigentlich stehen.
Mir ist jetzt noch klarer, warum der Film nicht nur in Deutschland funktioniert: Die Stasi-Geschichte, die uns die üblen Seiten der DDR näher bringt, ist nur die Folie, der Hintergrund für den viel größeren Stoff, den der Autor erzählt. Ja, im Grunde genommen ist die DDR und ihr Geheimdienst austauschbar gegen ein beliebiges anderes Land und dessen geheime Dienste. Jeden Tag werden noch heute rund um den Globus auf diese Weise Leben zerstört, in so genannten demokratischen Ländern genauso wie in Diktaturen. Aus Menschen werden Geständnisse heraus gepresst, Liebende werden aufeinander gehetzt, Abhängige werden noch abhängiger gemacht. Und all das meist im Namen einer guten Sache. Doch wer auf diese Weise an einer vermeintlich guten Sache beteiligt ist, kann selbst auf Dauer kein guter Mensch sein. Und: All das fällt irgendwann auf die vermeintlich gute Sache selbst zurück. HGW XX/7, Hauptmann Gerd Wiesler erkennt das nach und nach und beginnt, sich dem Bösen zu widersetzen. Da er ein Geheimer ist, sind ihm die Maßnahmen, die Verhaltensregeln, die Winkelzüge vertraut, um subversiv auf die Subversion zu reagieren. So nutzt er seine Chance, dem Bösen zu entkommen, dem er sich einst verschrieben hatte.
PS.: Mit der Sicht derjenigen, die nach 1990 ihre Stasiakten gesehen haben, beschäftigt sich dieser Beitrag: Das Leben des Anderen – Stasiakteneinsichten.
… „habe ich rübergemacht“, wechselte von Ost nach West, von Dresden in die Fremde, „vom Regen in die Jauche“ (Biermann). Am Tag zuvor aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen, betrat ich auf dem Frankfurter Hauptbahnhof westlichen Boden. Ein unerhörtes Ereignis für einen 21jährigen DDRler. Der laute Knall, mit dem sich die Tür „DDR“ hinter mir schloss, dröhnte mir lange in den Ohren. Eine Rückfahrkarte gab es ja nicht.
Dreieinhalb Jahre, bis zum Fall der Mauer blieb mir der Zugang versperrt, trotz wiederholter Einreiseversuche. Ich war selber überrascht, wie sehr sich die Sehnsucht nach diesem eigenartigen, absurden Land, aber vor allen den Menschen dort nach und nach zu einer fixen Idee aufschaukelte. Hätte ich die Wahl gehabt zwischen 6 Monaten in den USA oder zwei Wochen in der DDR, hätte ich umstandslos das DDR-Ticket gelöst. Konsequenterweise brach ich dann im November 1989 meine Reise in die USA und nach Australien ab – und flog zurück von Honolulu (Hawaii) nach Frankfurt, reiste weiter nach Berlin und betrat vier Tage nach dem Mauerfall erstmals wieder ostdeutschen Boden. Ich setzte mich in einen Zug der Deutschen Reichsbahn und fuhr nach Dresden.
In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten wurde klar: Erst als ich endlich wieder die Möglichkeit hatte, heimatlichen Boden unter den Füßen zu spüren, nahm meine Rast- und Ruhelosigkeit überschaubare Ausmaße an.
Dieses Wochenende öffnet uns der Autor Rayk Wieland in der SZ seine Stasi-Akte: „Das Leben des Anderen“ – sehr köstlich, sehr unterhaltsam und aufschlussreich, weil ein weiterer Beleg für die subversive Arbeit des Dienstes gegen den Sozialismus…
Auch mir war das Vergnügen vergönnt, meine Akte kennenzulernen. Weil ich dieses Vergnügen gerne teile, gewähre ich Akteneinsicht. Der vergnüglichste Teil meiner Akte ist die Mitschrift einer monatelangen Telefonüberwachung. Ich habe die wichtigsten Teile in sechs Szenen aufbereitet: „Mikrofone richt euch!“.
Übrigens klärt sich damit auch die Herkunft von Zettmann: Die Behörde für die Unterlagen des ehemaligen Staatsicherheitsdienstes der DDR kopierte mir Anfang der 90er Jahre die Blattsammlung. Ich blätterte darin und es stellte sich heraus, die Stasi erfand meinen Spitznamen: In meiner Akte ist nämlich immer nur von „Z.“, oder „dem Z.“ die Rede. Ich, Z. (phonetisch: zett aka z-mann, aka zettmann), bin also in diesem Sinne eine Erfindung der Stasi. Das Copyright für „Zettmann“ und für diese Seite liegt bei den Genossen des DDR-Geheimdienstes…
