Elterliche Hilflosigkeit

Was tun, wenn das Kind außer Rand und Band gerät – und der elterliche Zorn allenfalls gebremst gegen das Kind gerichtet werden kann? Wohin mit den eigenen Aggressionen, die das Kind auslöst, ohne dass ich das Kind dafür verantwortlich machen kann? Wenn es zunächst Müll aus dem Mülleimer holt und in der Wohnung verteilt, dann einen Wasserbecher über Möbel und Boden verteilt und schließlich anfängt, leere und volle Wasserflaschen zu werfen – und dabei grinsend und jauchzend durch die Wohnung rast wie ein Derwisch und dabei ruft: „Ha ha, lustich!“

Manchmal komme ich mir wie eine lahme Ente vor. Eine unmittelbare Sanktion des unerwünschten Verhaltens fällt mir häufig nicht ein. Immerhin: Nach der oben beschriebenen Show habe ich das Singen des Gute-Nacht-Lied-Reigens ausfallen lassen. Das Kind erinnerte sich beim Zubettbringen sogar daran und nahm die „Strafe“ klaglos hin. Oder war es eher die Erleichterung, dass Papa endlich mal nicht mehr seine schrägen Töne freiließ?

Fällt mir jedoch nicht unmittelbar etwas ein, ist eine avisierte Konsequenz zu sehr in die Zukunft hinein gedacht, versteht das Kind den Zusammenhang nicht mehr und die Sanktion ist wirkungslos. Was also tun? Manchmal einfach nur runterschlucken, aus der Situation rausgehen, in die Tischkante beißen? – Und einmal kräftig in die eigenen Hände klatschen, um die Energie abzuführen…

Irgendwie so etwas. Oder gibts da draußen bessere Vorschläge?

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