Seebad Heringsdorf – Immobilienangebot

Laut Eigendarstellung auf dem herunter hängenden Banner: “Luxuriöse Eigentumswohnungen” zu verkaufen. Soviel Luxus war selten. Angebot gefunden dieser Tage im Seebad Heringsdorf auf Usedom.

Die vier größten Feinde der Bahn?

Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Was schon im Osten galt für die Ruinen der Deutschen Reichsbahn, gilt nun erst recht wieder für die vereinte Deutsche Bahn.

Kopenhagen, Klima, Konferenz – kein Ergebnis ist besser als irgendein Ergebnis

Ich finde es gut und begrüße es sehr, dass bei der Klimashow in Kopenhagen nix herausgekommen ist. Endlich zeigen die versammelten Staaten der Welt, dass Sie überfordert sind, den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Damit könnten solche Mammutveranstaltungen zukünftig unterbleiben. Dem Klima täte es sowieso besser.

Es gibt noch andere Gründe, warum ich froh bin:

    Das Zwei-Grad-Ziel, also die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen bis 2100, ist eine Schimäre. Eine Größe, die allenfalls den Durchschnitt einer Bandbreite einfängt. Mit so einer Schätzgröße das Verhalten von Milliarden Menschen beeinflussen, ja steuern zu wollen, erscheint absurd.
    Das Scheitern kann neue Energien freisetzen. Wir sind jetzt frei zu akzeptieren, dass sich das Klima dramatisch verändern wird. Jetzt können wir Szenarien entwerfen, um mit dem Klimawandel klar zu kommen. Hunderttausende Menschen werden einen neuen Lebensraum suchen. Andere werden sich damit arrangieren müssen, diese Leute unterzubringen.
    Die US-Amerikaner haben Zeit gewonnen. Dürren und andere schwere Wetterereignisse vor den eigenen Haustüren werden es Ihnen dramatisch vor Augen führen: Auch Sie sind Teil einer globalen Gemengelage. Und die Chinesen und die Inder haben auch Zeit gewonnen, mit neuen Technologien ihre großen Bevölkerungen nach vorn zu bringen – ohne den Weg der alten Industriestaaten gehen zu müssen.

Alles in allem: Gute Nachrichten für die Welt. Niemand kann sich jetzt der Illusion hingeben, die Dinge hätten sich in eine gute Richtung bewegt.

Gesundheitspolitik Gelbschwarz

Endlich hauen die Gelbschwarzen mal richtig auf die Pauke: Der neue Stern am FDP-Himmel, Philipp Rösler, soll Gesundheitsminister werden! Nicht nur soll ein Arzt endlich mal die Aufgabe übernehmen, die massiven Interessenskonflikte im System auszugleichen. Die wahrscheinlich mehrheitlich zur FDP übergelaufenen Doktores kriegen gleich einen eigenen Minister!

Welche Sensation! Das ist mal angewandte Klientel-Politik! Nun wird es spannend sein zu beobachten, wie der neue Mann mit den anderen im System umgeht, die nicht zu seiner Kundschaft gehören – und auch seine Wellenlänge nicht teilen…

Die ersten Töne der neuen, gelbschwarzen Gesundheitsmusik klingen allerdings eher bedrohlich, zumindest für abhängig Beitragspflichtige: Arbeitgeberbetrag einfrieren. Kopfprämie für die Arbeitnehmer einführen. Weitere Beitragssteigerungen ausschließlich bei den Arbeitnehmern belassen. Über Steuergelder einen Sozialausgleich für die niedrigen Einkommensgruppen organisieren.

Von einer Verbesserung der Versorgung, einer entschiedenen Entflechtung von Strukturen habe ich nix gehört. Weiterhin sollen sich alle bedienen können – nur sollen die Versicherten möglichst alleine dafür aufkommen. Besten Dank, FDP!

Gleichwohl: Noch ist nichts beschlossen. 2010 soll erstmal alles bleiben wie es ist – außer dass die gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag ausschließlich zu Lasten der Versicherten einführen, 1% vom Brutto, maximal 37 Euro. Für 2011 und die avisierten Veränderungen wird eine Kommission die Details erarbeiten.

Wie gesagt: Für Spannung ist damit auf jeden Fall gesorgt. Politisch gesehen jedoch wedelt bei der ganzen Angelegenheit der FDP-Schwanz mit dem CDU-Hund. Oder die CDU will in der günstigen Position sein, die FDP verantwortlich machen zu können, wenn die Sache doch in die Grütze geht.

Zettmanns Weblog – eine Bilanz

Vor einem Jahr habe ich Zettmanns Weblog eröffnet. Die Bilanz ist gut. Ich mache weiter. Ein paar Gründe dafür:

Ich nehme mir die Zeit, mir über das eine oder andere Thema mehr Gedanken zu machen, mich intensiver damit zu beschäftigen.

Ich will schreiben – und nehme mir die Zeit dazu.

Weil ich für ein (häufig unbekanntes) Publikum schreibe, überlege ich mir sehr genau, was ich wie schreibe. Mein Qualitätsanspruch ist deutlich höher als in einem privaten Tagebuch.

Die Schreibroutine tut dem Schreiben gut.

Der Zwang, Texte von überschaubarer Länge zu fertigen, zwingt mich, meine Gedanken entsprechend zu ordnen, um ans Ziel zu gelangen.

PS.: Allen Leserinnen und Lesern (bekannten und unbekannten) ein feines, unterhaltsames, nie von schlechten Texten getrübtes Jahr 2008.

Weihnachten 2007

Allen Leserinnen und Lesern heitere, genießerische, unterhaltsame Tage.

Ruhe im Weblog

An manchen Tagen sind Ereignisse, Eindrücke oder Erfahrungen komplexer, vielschichtiger, undurchschaubarer oder auch unverständlicher als ich mit einem kurzen Eintrag im Weblog darstellen kann.

Deswegen die Ruhe in den letzten Tagen und ein paar Stichworte:

– CDU in der Mitte
– Neiddebatte um Managergehälter
– Verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen
IQWiG-Chef Sawicki in Auftragsvergabe-Affaire verstrickt?
Häufung von Leukämiefällen rund um Kernkraftwerke
Stellt Hamburger Museum kopierte/gefälschte Terrakotta-Soldaten aus?

Pete Townshend über The Zimmers

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung lobt The-Who-Gitarrist und “My Generation”-Komponist Pete Townshend die Geronto-Band “The Zimmers”:

SZ: Sie liefern mir die nächste Frage auf dem Tablett: Was halten Sie von der Version von “My Generation”, durch die die Alten-Combo “The Zimmers” im Internet weltberühmt geworden ist?

Townshend: Als die Anfrage wegen der Rechte kam, dachte ich: Warum nicht? Meine Mutter ist 86, und sie hat es nicht leicht. Sie müsste betreut werden, sie bräuchte Therapie, aber sie lebt allein und will niemanden um sich haben. Sie könnte noch zehn herrliche Jahre haben, aber sie trinkt, sie tobt, sie macht sich alles so schwer. Als ich die “Zimmers” dann auf Youtube sah, musste ich lachen. Bis auf den Sänger, der ein seniler alter Trottel ist, gefiel mir alles daran, besonders der Chor.

Wandern in Schottland

Zusammenfassung von acht Tagen Wanderurlaub mit zwei Freunden in den Western Highlands von Schottland:

04.06.
Überfahrt von Islay nach Kintyre. Anschlussbus nach Glasgow über Invarary und Loch Lomond. Abflug von Glasgow nach London verzögert sich um 1,5 Stunden. Rückkehr nach Deutschland gegen 23:30.

03.06.
Überfahrt (2 h 20) von Kennacraig (Kintyre) nach Port Ellen (Islay). Askernish-B&B in Hafennähe bezogen. Busfahrt nach Bowmore. Strömender Regen. Kaffee im Lochside Hotel. Destillenbesuch + Test “Bowmore Single Malt”. Taxifahrt nach Ardbeg. Destillenbesuch + Test “Ardbeg Single Malt”. Spaziergang zurück nach Port Ellen (5 km). Abends: Indisches Essen.

02.06.
Mit dem Taxi nach Claonaig. Fähre nach Lochranza, Arran. Destillenbesuch + Test “Arran Single Malt Whisky”. Wanderung an der Nordspitze der Insel von Lochranza über Laggan zurück nach Lochranza. 12 km. Mit Fähre und Taxi zurück nach Tarbert. Abends: Italienisches Essen.

01.06.
Busfahrten von Tyndrum nach Oban, Lochgilphead, schließlich Tarbert auf der Halbinsel Kintyre. Keine Übernachtungschancen auf Islay wegen des Whisky-Festivals. Stattdessen “The Frigate Hotel”, Tarbert. Abends: Britisches Essen.

31.05.
Taxifahrt von Tyndrum nach Bridge of Orchy. Von dort Wanderung, mit nur leichtem Gepräck: Über Victoria Bridge durch das Rannoch Hochmoor nach King’s House, 18,5 km. Rückkehr nach Tyndrum im Bus.

30.05.
Wanderung von Crianlarich nach Tyndrum. 10 km. Unterkunft im Hostel “By the Way”.

29.05.
Wanderung nach Inversnaid. 10 km. Übersetzen mit der Fähre auf die andere See-Seite. Busfahrt nach Crianlarich. Regen. Unterkunft im Youth Hostel.

28.05.
Einkaufen in Balloch. Busfahrt nach Balmaha. Wanderung entlang Loch Lomond nach Rowardennan. 10 km. Sonnig. Übernachtung im Youth Hostel direkt am See.

27.05.
Abflug Hannover – Landung Glasgow. Busfahrt Richtung Loch Lomond. Erste Nacht im Loch Lomond Youth Hostel. Mediokre Fish-n-Chips in Balloch.

Nach der Wahl in Bremen

Beide Großkoalitionäre haben bei der Bürgerschaftswahl in Bremen gestern Stimmen verloren, in absoluten Zahlen noch mehr als prozentual, denn die Wahlbeteiligung ist erneut gesunken. Dennoch haben sie in ihren öffentlichen Verlautbarungen nichts besseres zu tun, als mit dem Finger auf andere zu zeigen. Eine Seite macht die andere für die eigenen Stimmverluste verantwortlich. Die Wähler, die sich abwenden von den (ehemaligen) Großparteien werden als Protestwähler diffamiert (“Die haben es eben nicht geblickt.”) Die eigene schlechte Arbeit in den vergangenen 12 Jahren wird erneut als Chance verkauft. Ekelhaft.

Für wie blöd halten die eigentlich ihre Wähler und ihre Nicht-Wähler? Solche Reaktionen laden doch dazu ein, sich angewidert abzuwenden. Schon aus Selbstachtung. Angewidert von soviel Heuchelei, Ignoranz und intellektueller Tieffliegerei. Wann taucht jemand aus der politischen Klasse auf, der sich selbstkritisch zu den eigenen Leistungen äußert? Der nachdenkt, bevor er redet? Nicht nur als Sprechblasenautomat fungiert? Der die Leute, die wählen, nicht für komplette Idioten hält? Oder ist das zuviel verlangt in einer repräsentativen Demokratie?