Merkel hechelt Koch hinterher

Nun hat Kanzlerin Merkel nachgezogen und sich in der Debatte um Jugendgewalt positioniert: Auch sie will den Abschreckungsknast und Erziehungscamps. Sie konnte nicht länger zulassen, dass der interne Konkurrent Koch das für die eigene Klientel wichtige Thema quasi alleine beherrscht.

Dass sie auf den fahrenden Koch-Zug aufspringt, ist allerdings nicht weiter verwunderlich. Sie bewegt sich nämlich in einem Dilemma: Zum einen darf sie keinen Dissens zu diesem Thema in der Partei provozieren, weil es sie nach innen schwächen würde. Zum anderen darf sie nicht nach außen zeigen, dass sie eventuell doch anders denkt. Das wäre eine Vorlage für die SPD, sich lustig zu machen. Somit ist sie gezwungen nachzuträllern, was Roland Koch pfeift.

Das ist allerdings auch nicht gerade eine starke Position. Vielleicht schadet ihr jetzt, dass landauf landab niemand weiß, wofür die Kanzlerin eigentlich steht. Dass sie immer fein austariert. Abwartet, was die anderen tun, bevor sie selber die Bühne betritt. Manchmal ist dann die Aufführung eben schon gelaufen. Und die Handelnde kommt nur noch im Abspann vor.

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